Aber Rom ist schön – Teil 2

Aber Rom ist schön… (Teil zwei)

Jeder von uns kennt einige Sprüche der Art: Das Leben ist bunt; Die Welt ist ein Dorf, und so weiter. Mit dieser Geschichte kann ich es nur bestätigen.

Eines Tages erhielten wir von einer Firma, für die mein Mann und ich tätig waren, eine Einladung zu einem Internationalen Firmenevent nach in Rom. Da Party bei uns nicht mehr groß geschrieben wird und Großveranstaltungen auch nicht mehr so unser Ding sind, beschlossen wir unsere Plätze jüngeren Teammitgliedern zu überlassen. Das taten und organisierten wir dann auch. In der Firmenleitung wurde dies anders gesehen und einfach mal Flüge und Hotel für uns gebucht. Nun gut, dachten wir…dann ist es so. Auf nach Rom!

Schnell stellte ich fest, dass das nicht so einfach wurde. Da unsere Reise vom Ausland her organisiert worden war, und man in Amerika nicht immer genau weiß, wo Luxemburg liegt, mussten wir mit dem Bus nachts um 2:00 Uhr losfahren, um unseren Flieger in Frankfurt zu bekommen. Da war an Schlaf nicht mehr zu denken. Als wir gegen halb acht im Sinkflug über Rom zur Landung ansetzten, der mir einen wunderschönen Blick über den Vatikan und Umgebung erlaubte, musste ich an Pam und ihr Romerlebnis denken… ach ja …, meine Freundin Pamela! Ich lächelte bei dem Gedanken an Pam so vor mich hin und hatte ja keine Ahnung, wie präsent sie in den nächsten Stunden noch werden würde.

Die Mega-Veranstaltung begann eine halbe Stunde nach unserer Landung. Da hieß es, flott zum Hotel, frisch machen, Kleidung wechseln, ins Taxi springen und mit strahlendem Lächeln vor Ort erscheinen. Es musste ja keiner gleich merken, dass ich eigentlich schon fix und fertig war. Wenigstens eine Tasse Kaffee hätte ich mir gewünscht, ging aber nicht. Erstaunlicherweise trafen wir relativ pünktlich am Ort des Geschehens ein, um festzustellen, dass es eine große Verzögerung des Beginns gab. Na prima, und ich ohne Kaffee! Diesen konnten wir dann doch noch im Foyer kaufen, ebenso ein Brötchen. Selten bekam ich so einen schlechten Kaffee und so ein fades Brötchen. Dank moderner Technik, endlich machte eine SMS richtig Sinn, fanden wir unser Team und unsere Plätze schnell und ich konnte endlich ein bisschen entspannen.

Wir hielten den ganzen Tag tapfer durch, lächelten, wirkten dynamisch, führten Gespräche, aber als wir dann so gegen 18:00 Uhr den Veranstaltungsort verließen, sackte bei mir alles ab. An erster Stelle der Kreislauf. Ich konnte mich vor Müdigkeit kaum auf den Beinen halten und war froh, als wir endlich im Hotel waren. Ein bisschen neidisch war ich ja schon auf meinen Mann, der das alles viel lockerer wegsteckte. Aber auch bei ihn galt: Nichts ging mehr… Rom hin, Rom her…, wir mussten schlafen. Natürlich wollte unsere junge Truppe noch mit uns durch Rom streifen, Pizza essen und bummeln gehen. Schmerzhaft stellten wir fest…, wir sind nicht mehr Zwanzig. Aber so schmerzhaft war es dann doch nicht, denn kaum lagen wir im Bett, schliefen wir tief und fest durch … bis zum nächsten Morgen.

Ausgeschlafen starteten wir in den neuen Arbeitstag. Noch nie habe ich so genussvoll und ausgiebig gefrühstückt. Danach war ich wirklich fit und freute mich auf den Tag und vor allem auf den Abend. Denn, dann würde ich auch Rom sehen können!

Genauso machten wir es dann auch. Als wir mit der Bahn nach Rom hineingefahren sind, lachte Josch, einer unserer Teampartner, plötzlich laut auf. Als ich ihn interessiert fragend ansah sagte er: „Hier an dieser Station habe ich mich vor Jahren mit meiner damaligen Freundin übel verfahren. Wir saßen in der falschen Bahn und haben zum Schluss auch noch unseren Rückflug verpasst. Eine ganze Nacht mussten wir am Flughafen verbringen…, was für eine Nacht!“ wieder lachte er laut los.

Meine grauen Zellen wirbelten…, sollte das möglich sein? … Josch und Pam…, so viel Zufall gab es doch nicht!

„Genau, das ist auch meiner Freundin Pamela passiert“, sagte ich. Josch hörte abrupt mit Lachen auf, starrte mich an, um dann erneut in schallendes Gelächter auszubrechen. „Ach die Pam“, japste er, „es war eine herrlich, verrückte Zeit mit ihr.“

Da waren wir also tatsächlich mit dem Exfreund von Pam ausgerechnet in Rom unterwegs! Wir wandelten jetzt quasi auf Pams Spuren durch Rom, denn immer wieder kam ein Kommentar von Josch. Hier haben wir Pasta gegessen, dort hat Pam sich nach einer Handtasche umgesehen und so weiter…

Es wurde ein herrlicher Abend in Rom! Ich sah das, was ich und gefühlte hunderttausend Touristen unbedingt an diesem Abend sehen wollten: Den Trevi Brunnen, die Spanische Treppe, das Kolosseum. Letzteres war leider hinter einem großen Gerüst versteckt. Wir schlenderten durch  romantische Gassen, sahen Gebäude mit wundervoller Architektur, entdeckten herrliche Schuhgeschäfte und süße Boutiquen, zauberhafte Restaurants. Mir persönlich gefielen die vielen kleinen und großen Dachterrassen mit ihren Blumen, Bäumen und Lämpchen. So etwas würde bei uns nie genehmigt werden. Manche sahen aus, als wenn sie nestähnlich an die Dächer angeklebt wären, aber offensichtlich hielten diese Konstruktionen.  Und schließlich haben wir das beste Eis geschleckt, das ich jemals gegessen hatte. Bei allem, was wir taten, war Pam irgendwie bei mir und ich fand das ganz herrlich.  Bei allem Stress mit der Anreise, bei aller Müdigkeit, schlechtem Kaffee und faden Brötchen am Veranstaltungsort bleibt eines ganz klar zu sagen…

Aber Rom ist schön!

Bildquelle: Pixabay.com

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