Die Kleine und ihr erster Schnee.

Die Kleine und ihr erster Schnee

Über Nacht war die Welt weiß geworden. Eine dicke Schneedecke hatte sich über das Land gelegt, auch über den Hof hinter dem Haus, in dem die Kleine auch ohne Aufsicht spielen konnte, da er absolut ausbruchsicher war.

Sie stand staunend am Fenster und zappelte aufgeregt.

„Mama, weißer Sandi, ich will spielen! Mama schnell….“ Hopsend sauste sie im Pyjama zur Tür. Es kostete die Mutter viel Geduld und Überredungskunst, bis die Kleine endlich angezogen war, ihre heiße Schokolade getrunken hatte und endlich, endlich winterfest verpackt, mit Schippchen und Schäufelchen bewaffnet in den Hof stürmte.

Lächeln sahen die Eltern zu, wie sie den allerersten Schnee in ihrem Leben genoss.

Lachend rannte sie hin und her und warf mit Schnee um sich. Als sie genug gerannt war, begann sie  eifrig, Schnee in ihr Eimerchen zu schippen und transportierte ihn dann von rechts nach links und wieder zurück. Das alles mit einer Ernsthaftigkeit und dem Eifer eines Kindes, das noch keinen Sinn im Tun finden muss. Schließlich fing sie an, eine Burg zu bauen, genauso, wie sie es im Sommer im Sandkasten von ihrem Bruder abgeschaut hatte. Dabei waren die Fäustlinge bald im Weg und sie flogen im hohen Bogen in den Schnee. Die Zungenspitze im Mundwinkel festgeklemmt, machte sie sich ans Werk.

Die Eltern hatten dem Treiben bis dahin lächelnd zugeschaut, und wollten sich gerade eine Tasse Kaffee gönnen, als ein markerschreckender Schrei aus dem Hof kam. Sie fanden die Kleine, vor einem Häufchen Schnee kniend, was wohl die Burg werden sollte. Sie streckte die Hände gegen den Himmel und schrie aus Leibeskräften:

„Der Sandi hat mich gebissen! Aber, ich habe nichts gemacht!“

Das sind Momente, an denen Eltern über eine hervorragende Selbstdisziplin verfügen müssen…

Lachen ist erst später erlaubt!

Bildquelle: Pixabay.com

 

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