Herbst-Erlebnis

Herbst-Erlebnis

Es war einer dieser nassen Herbststage. Der Himmel hing voller dicker dunkler Wolken und es regnete in Strippen. Ab Mittag schaute meine Hündin Rickel alle paar Minuten aus dem Fenster. Sie wollte spazieren gehen, ahnte wohl, dass Frauchen, also ich, einen einigermassen trockenen Moment abwarten wollte. Der kam dann kurz nach zwölf und wir beide zogen in die Natur hinaus.

Gleich hinter dem Haus, nur den Berg hoch, kommt man auf´s offene Feld und hat nicht nur einen wunderschönen Ausblick nach allen Seiten … auf Dörfer, Felder und Wiesen, nein, man ist auch völlig ungeschützt vor Wind und dergleichen. Dergleichen erwischte uns dann auch voll.

Ein Wolkenbruch, wie ich ihn noch nie erlebt habe, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, ließ wahre Wasserfälle auf uns nieder klatschen. Im Nu waren wir völlig durchnäßt. Trotz guter Regenbekleidung war kein Faden trocken geblieben. Rickel und ich schauten uns an und beschlossen, unsere Runde gemütlich weiter zu laufen. War jetzt ja sowieso egal.

Als wir nach gut zwanzig Minuten die Straße erreichten, die bergab ins Dorf zurückführte, bestand diese aus einem knöchelhohen Bach, der wieselflink dem Tal entgegen strebte. Wir strebten fröhlich mit. Das Ganze hatte eine komödienhafte Note erreicht. Sowohl Rickel, als auch ich hoppsten albern durch die Fluten.

Im Dorf angelangt führt uns der Weg an der hiesigen freiwilligen Feuerwehr vorbei, die heute im Einsatz war, um vollgelaufene Keller und abgesoffene Straßen zu retten.

Die Feuerwehrleute standen an den Fenstern und schauten dem nicht alltäglichen Wasserspiel der Natur zu. Als sie uns erblickten, konnten sie sich das Lachen nicht verkneifen. Ja, ja, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung…, ich weiß.

Aber, gut gelaunt und albern, wie wir gerade drauf waren, ergab sich eine Pantomime von mir zu den mit Feuerwehrleuten besetzten Fenstern und zurück.

Durch das wirklich laute Rauschen des Regens hörte ich nicht, dass ein Auto um die Ecke bog, und das mit erheblicher, dem Wetter wirklich nicht angepasster Geschwindigkeit.

Die Feuerwehrleute sahen, was kam…, wir nicht!

Während ich noch faxen machte, raste das Auto an uns vorbei und eine echte Wasserwelle brach über Rickel und mir zusammen.

An den Fenstern bogen sich die Leutchen. Einer presste sich verzweifelt gegen das Fenster, um vor Lachen nicht umzufallen.

Ehrlich, wenn wir noch einen trockenen Faden am Körper gehabt hätten,… hatten wir aber nicht.

Das Abenteuer, wie ich aus den, mir am Körper klebenden Jeans herausgekommen bin, behalte ich für mich. Der geneigte Leser kann sich das mit Sicherheit vorstellen!

Am Abend drückte Rickel sich, inzwischen natürlich wieder trocken, auf der Couch fest an mich. Genüßlich schnupperte sie meine Haare ab und ich ihr Fell. Beide rochen wir gut, nach frischer Natur, nach Herbst und nach ein bisschen Abenteuer.

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