Wie Milch und Schockolade

Wie Milch und Schockolade

Meine Freundin Pam erzählte mir neulich folgende, wirklich niedliche Geschichte von ihrem Sohn.

Tim war vier Jahre alt und kam in den Kindergarten. Mit großer Leidenschaft und Freude ging er jeden Tag dorthin. Sogar die Ferienzeit konnte für Tim nicht schnell genug vorbei sein. War er doch ein Einzelkind mit einem angeborenen, großen sozial tickendem Herzen. Für ihn war nichts schöner, als mit den anderen Kindern zusammen zu sein.
Das wusste natürlich auch die Kindergärtnerin und als eines Tages ein neues Kindergartenkind in die Gruppe kam, war für die Erzieherin klar, dass sie dieses Kind neben Tim setzen würde.
Als die kleine Mia unsicher an der Hand ihrer Mutter in den Raum kam, trat Stille ein.
Fast war es eine unheimliche Situation, denn absolute Stille in einer Kindergartengruppe, die länger als fünf Sekunden dauert, ist unwirklich.
Mia hatte schwarze Löckchen, große dunkelbraune Augen, die sich ängstlich umsahen und war von dunkler Hautfarbe.
Die Erzieherin verabschiedete gerade die Mutter, während der kleine Tim die Zeit nutzte und sich zu Mia gesellte. Auch er hatte große Kulleraugen, allerdings in hellblau und diese sahen Mia neugierig an. Vorsichtig nahm Tim Mia an der Hand und ging mit ihr zu seinem Platz, wo er das Mädchen neben sich platzierte.
Mia konnte die Augen gar nicht mehr von Tim lassen. Für sie war es Tim, der irgendwie anders aussah. Er hatte sehr hellblonde Haare und eine sehr helle Haut.

Während die Erzieherin wieder mit ihrem Programm weiter machte, beruhigte sich die Gruppe nach und nach. Aus den Augenwinkeln konnte sie beobachten, wie Tim mit einem Finger vorsichtig auf die Hand von Mia tippte und dann heimlich nachschaute, ob etwas an seinem Finger zu sehen war. Nach einer Weile traute er sich mehr zu und er rieb über Mias Handrücken… wieder war nichts an seinen Fingern zu sehen. Jetzt versuchte er es mit seinem angefeuchteten Zeigefinger, rubbelte ein paarmal kräftig über Mia´s Handrücken… aber ohne sichtbaren Erfolg. Als er dann ein paar Minuten später Mia´s Hand ergriff und mit der Zunge darüber schleckte, griff die Erzieherin ein.
„Tim, was machst Du da? Du kannst doch nicht einfach Mia´s Hand abschlecken!“
„Aber… aber… ich wollte doch nur wissen, ob sie nach Schockolade schmeckt!“
Dann hielt er ihr seine Hand hin und sagte strahlend:
„Kuck, sie färbt nicht!“
Mia strahlte mit und es war klar, dass die Beiden sich gefunden hatten.

Eine Zeit lang sah man die beiden immer zusammen. „Wie Milch und Schockolade“, so hatte Mia´s Mutter lächelnd gesagt.
Dann aber hat Tim eines Tages mit Mia „Schluß“ gemacht.
„Warum?“ wollte Pam wissen.
„Sie will mich dauernd küssen!“ sagte Tim.

Bildquelle: Pixabay.com

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