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Oh du fröhliche …

Oh du Fröhliche ….

Weihnachten nahte mit großen Schritten. Pamela und ihr Ehemann Gerd waren auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum. Nach mehreren Diskussionen hatten sie sich für einen künstlichen Baum entschlossen.
Sie hatten noch nie einen künstlichen Weihnachtsbaum gekauft, dementsprechend schwierig fanden sie die Entscheidung, welcher es werden sollte. Sie kauften schließlich einen Baum mit Baumständer, und sogar die erste Dekoration war mit dabei.
Zuhause machten sie sich fröhlich ans Werk.
Pam war dabei die Bauanleitung für den Baumständer zu lesen, als sie Gerd leise schimpfen hörte.
Wie wir alle wissen, brauchen Männer keine Gebrauchsanweisungen, die können, alles, wirklich alles sofort auspacken und flugs zusammenbauen!
(Den Satz, konnte ich mir nicht verkneifen.)
„Was ist denn?“, fragte Pam.
„Das kann nicht passen!“, schimpfte Gerd.

„Lass doch mal sehen.“
„Da gibt es nichts zu sehen, wie kann man so etwas Bescheuertes auf den Markt bringen. Das ist völlig benutzerunfreundlich!“
„Lass mich trotzdem mal sehen, hier ist übrigens die Anleitung.“
Keine zwei Minuten später hatten sie sich in der Wolle. Gerd versteifte sich jetzt darauf, dass dieser blöde Baumständer gar nicht zusammen zu bauen ginge. So!
Pam wollte ihm zeigen, dass das sehr wohl ging.
Schön, wenn man keine anderen Probleme hat!
Irgendwie und irgendwann stand der Weihnachtsbaum festlich geschmückt, in dem korrekt zusammengebautem Ständer!
Pam und Gerd genossen und feierten den schönen Anblick mit einer guten Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Weihnachtsstollen.
Vergessen war Streit und Frust.

Ein Jahr später. Es war wieder Zeit, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Pam hatte für dieses Jahr noch schöne große rote Weihnachtsbaumkugeln besorgt. Sie freute sich wie ein Kind auf das Schmücken.
Gerd holte Baum und Zubehör aus dem Keller. Beim Auspacken fragte er so nebenbei:
„Weißt du noch, wie der Baumständer zusammengebaut wird?“
Pam atmete tief ein und aus.
„Nee! Keine Ahnung.“

Wir überspringen jetzt einfach mal die Details und setzen da wieder ein, wo Pam und Gerd, Stunden später, mit Kaffee und so weiter … na, Sie wissen schon … versöhnt den Anblick des strahlenden Weihnachtsbaums genossen.

Ein Jahr später!
Gerd hatte bereits den Weihnachtsbaum samt Schmuck aus dem Keller geholt, und die Einzelteile ausgepackt. Pam und Gerd standen schweigend vor den Einzelteilen vom Weihnachtsbaumständer.
Keiner sagte ein Wort. Schließlich mussten beide lachen.
„Oh Pam, kannst du mir verraten, warum wir dieses Teil jedes Jahr wieder auseinander bauen.“
„Nein, und ich glaube auch nicht, dass wirklich intelligente Menschen das machen.“
„Dann werden wir jetzt mal schnell intelligent, falls wir das Ding noch einmal zusammengebaut bekommen.“
Ohne Krach und Stress bekamen sie den Aufbau hin, mit viel Lachen, denn natürlich wussten sie beide nicht mehr, was wohin gehörte.

Als sie Wochen später den eingepackten Baum wieder im Keller verstauten, stellte Gerd mit Schwung den zusammengebauten Baumständer oben auf die Kiste.
„So!“, sagte er feierlich.
„Geht doch!“, sagte Pam.

 

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